Motor für neue Mobilitätsmodelle

Automotive Engineering Network feiert einjähriges Bestehen

Vor wenigen Tagen ist das Automotive Engineering Network (AEN) mit Sitz in Karlsruhe ein Jahr alt geworden. Dieser als gemeinnütziger Verein geführte Zusammenschluss aus Wirtschaftsunternehmen, Hochschulen und kommunalen Institutionen hat sich zum Ziel gesetzt, die Megatrends unserer zunehmend digitalisierten Welt in verbraucherfreundliche regionale Geschäftsmodelle umzuwandeln. „Uns interessieren nicht nur die Basistechnologien, wie etwa Elektrofahrzeuge. Wir forschen vor allem in Richtung geschäftlicher Umsetzung, ohne die eine sinnvolle Praxisnutzung nicht möglich ist. Eins der Projekte, das 2017 von uns begleitet wurde, trägt den Namen Local Zero“, erklärt Waldemar Epple, AEN-Vorstandsvorsitzender. Bei Local Zero geht es darum, ein geschäftliches oder genossenschaftliches Elektro-CarSharing für Standortgemeinschaften effizient und einfach handhabbar zu machen– und das auf lokaler Ebene. Projektentwicklersind die Unternehmen RA Consulting Bruchsal sowie raumobil aus Karlsruhe, beide Mitglieder im AEN. Ausgang der Entwicklung war eine eine Miniflotte bestehend aus einem Elektroauto und vier Pedelecs, die durch eine einzelne Bruchsaler Firma nur gering ausgelastet war. So entstand beim IT-Dienstleister RA Consulting die Idee, die Fahrzeuge umliegenden Unternehmen zur Nutzung anzubieten. Vom Partner raumobil, ebenfalls IT-Dienstleister, wurde ein Demonstrator eines web-basierten Fuhrparkmanagementsystems entwickelt. Dieses bietet den Nutzern neben der Buchungsmöglichkeit auch Echtzeitdaten zu vorhandenen Fahrzeugen. Durch Evaluationen und Anpassungen ist inzwischen ein individuelles Mobilitätsmanagementsystem entstanden .Im Oktober haben das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und das CyberForum Local Zero als Gewinner des Wettbewerbs „shareBW“ in der Kategorie „Mobility“ gekürt. Epple fasst zusammen: „Das Potenzial von Local Zero besteht in seiner einfach und schnell realisierbaren Sharing-Möglichkeit für kleinräumige Zusammenschlüsse. Es funktioniert für benachbarte Firmen genauso wie für einzelne Unternehmen und ist auch im privaten Bereich für Wohnblöcke, Wohngemeinschaften oder Kommunen leicht realisierbar.“ Die Mitgliederzahl von AEN stieg im ersten Jahr von zehn auf 25. Neben etablierten Unternehmen wie der PTV Group sowie IPG Automotive aus Karlsruhe engagieren sich auch Start-ups wie Rüdenauer 3DTechnology und Emmtrix Technologies aus Karlsruhe in dem auch als Mobilitätsclusterbezeichneten Netzwerk. Für 2018 hat sich AEN viel vorgenommen: „Wir wollen weitere Mitglieder gewinnen und noch mehr Projekte anschieben,“ so Epple. Pr

 

Local Zero, ein Projekt zur gemeinschaftlichen Nutzung von Elektrofahrzeugen, ist eine der vom Automotive Engineering Network begleiteten Initiativen.

 Foto: RA Consulting, Bruchsal

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